Geschichte - Zerstörer-Hessen

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Geschichte

Schiffschronik



 
Geschichte Zerstörer Hessen

Die HESSEN erhielt ihren Namen wie die anderen 3 Schwesterschiffe SCHLESWIG-HOLSTEIN, HAMBURG und BAYERN nach einem Bundesland Deutschlands, die zugleich Traditionsnamen in der Kaiserlichen, der Reichs- und Kriegsmarine waren. Die Bundesländer übernahmen mit der Indienststellung die Patenschaft über die Schiffe. Der Zerstörer Hessen war ein zur Klasse 101/101A (Hamburg-Klasse) gehörendes Kriegsschiff der Bundesmarine und befand sich von 1968 bis 1990 in Dienst.
Auf Grund der hohen Aufbauten, die sich über fünf Decks erstreckten, der hohen Schornsteine und Gittermasten wurden die Zerstörer im Jargon der Marine mit verschiedenen Spitznamen belegt, so u. a. "Wolkenkratzer", "Hochhäuser", "Eigernordwand" u. ä..

Die für diese Zerstörer charakteristischen hohen Schrägkappen, an ihren Vorderseiten stark gerundet, waren auf BAYERN und HESSEN bereits bei deren Indienststellungen eingebaut. Die beiden anderen Schiffe hatten anfangs wesentlich niedrigere und flacher verlaufende schräge Kappen auf den Schornsteinen, die aber bald verändert und denen von BAYERN und HESSEN angepaßt wurden.

Die auf dem zweiten Gittermast plazierten großen Radarantennen wurden ab Anfang der 1970er Jahre gegen solche eines neuen Modells ausgetauscht. Auf HAMBURG wurde mit dieser Radarumrüstung begonnen, und im Jahr 1973 war diese Maßnahme durchgeführt. Auf HAMBURG und SCHLESWIG-HOLSTEIN blieben auf dem vorderen Gittermast die Radarantennen installiert, die bereits bei der Indienststellung an Bord waren, während die beiden Schwesterschiff BAYERN und HESSEN auch vorn stets neue Radarantennen trugen. Etwa Mitte der 1960er Jahre begann auf allen vier Zerstörern der Ausbau des dritten Mastes, etwa zeitgleich auch des E-Meß-Basisgerätes, bald darauf gefolgt vom achteren Waffenleitgerät.
Mit HESSEN begann Mitte der 1970er Jahre die Umrüstung der vier Schiffe, bei welcher die Bug- und Heck-ToRo und der 100-mm-Turm >>C<< ausgebaut wurden. An der Stelle des abgebauten Geschützturmes wurden 2 x 2 FK-Starter MM 38 montiert, die bisherigen 40-mm-MDL 58 wurden durch 40-mm-MDL 64 ersetzt, eine IFF/SIF-Anlage wurde eingebaut, die Fernmeldeanlagen und taktischen Führungssysteme wurden einer Modernisierung unterzogen, zwei zusätzliche UTR UJ 2 kamen an Bord, desgleichen eine WLR-10-Anlage, und die OPZ wurden den neuen Waffensystemen angepaßt. Eine geschlossene, geräumigere >>Fregattenbrücke<< wurde ab April 1978 auf allen vier Zerstörern, nun Klasse 101 A, eingebaut.Hessen lief als viertes und letztes Schiff der Klasse 101 (ehemals Zerstörer 55) am 4. Mai 1963 vom Stapel. Vom 17. bis zum 23. Oktober 1966 unternahm der Zerstörer Werftprobefahrten in der Nordsee und im Skagerrak.  Die ab dem 11. Dezember 1966 erfolgte Abnahmefahrt zeigte Probleme mit  der Antriebsanlage auf. Die Kupplungen zwischen den TDie urbinen und den  Getrieben mussten nachgebessert werden, weshalb das Beschaffungsamt die  Übernahme des Schiffs verweigerte. Die Hessen wurde zunächst beim Marinearsenal Wilhelmshaven aufgelegt und die Mängel beseitigt. Erst am 8. Oktober 1968, mehr als zehn Jahre nach der Bestellung, kam die Hessen in den Dienst der Marine.[1]  Sie gehörte dem 2. Zerstörergeschwader in Wilhelmshaven an. Wie die  anderen Schiffe der Klasse 101 wurde sie nach einem Bundesland benannt.  Zugleich ist der Name auch Traditionsname der Kaiserlichen Marine. Ein Linienschiff der Braunschweig-Klasse trug den Namen Hessen.
Am 2. Dezember 1971 kam es zu einer Explosion mit anschließendem  Brand in einem E-Werk. Es kamen zwei Besatzungsmitglieder ums Leben.
Anfang der 70er Jahre wurde eine rote Zelle an Bord aufgedeckt, die u. a. die illegale Zeitung Hessenbote verteilte.

Die Umrüstung des Zerstörers zum Lenkwaffenzerstörer begann am 1. November 1974. Der Turm C wurde entfernt und das FK-System MM38 Exocet installiert. Mit der Endabnahme am 22. Februar 1976 änderte sich die Klassenbezeichnung in 101A.  
Das Schiff wurde am 29. März 1990 außer Dienst gestellt und am 8. September 1991 über die Vebeg an die Fa. Eckart in Hamburg zum Abbruch verkauft. Das Schiff wurde in Portugal abgewrackt.
© 2019 Uli Groepler

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