Technische Daten (Bewaffnung nach Umbau in Klammern):
Abmessungen 133,7 x 13,4 x 4,8 m
Wasserverdrängung 4050 t
Antriebsleistung 68000PS Geschwindigkeit 35 Knoten
Besatzung 280 Mann
Bewaffnung 4 (3) 100-mm-Geschütze, 8 (8) 40-mm-Flak, 5 (0) 533-mm-Torpedorohre, 2 (4) 533-mm-U-Jagd-Torpedorohre, 8 (8) UAW-Raketenwerfer in zwei Vierergruppen, 2 (2) Wasserbombenablaufbühnen, (2) Flugkörperdoppelstarter MM 38 Exocet.
Bauwerft:H.C. Stülcken/ Blohm & Voss, Hamburg
Baunummer:898

Glattes, durchlaufendes Deck. In etwa der halben Schiffslänge Beginn eines sanft ansteigenden Deckssprunges. Ausgeprägter Schrägbug und eingezogenes, gerades Heck (Spiegelheck). Keilförmige Silhouette mit auf dem Vorschiff massierten hohen Aufbauten, die sich bis in das achtere Schiffsdrittel erstrecken. Auf dem Backdeck zwei überhöht angeordnete Geschütztürme der 100-mm-Artillerie. Hochgesetzt dahinter zwei nebeneinander montierte U-Abwehr-Raketenwerfer. Auf den kastenförmigen Brückenaufbauten mehrere Feuerleitanlagen und der vordere Gittermast, darauf Radarantennen. Seitlich vom Gittermast angeordnet zwei 40-mm-Flak in Doppellafetten. Vor dem zweiten Schornstein ein weiterer, niedrigerer Gittermast, darauf eine breit ausladende Radarantenne.

Die beiden Schornsteine stehen leicht schräg, sind normal geformt und tragen auffallend gewölbte, hohe Kappen. Die Schornsteinfüße sind einseitig nach vorn bzw. nach achtern abgewinkelt. Hinter dem achteren Schornstein ein dritter Gittermast, der bei der Umrüstung zum FK-Zerstörer 101 A ausgebaut wurde. Zu beiden Seiten des dritten Gittermastes an Stb.- und Bb.-Seite je eine weitere 40-mm-Flak in MDL. Auf dem achteren Aufbau stufenförmig die Feuerleitanlagen mit ihren Antennen. Bei der Indienststellung waren auf dem Achterschiff zwei überhöht eingebaute 100-mm-Geschütztürme platziert. Im Zuge der Umrüstung verschwand gleichzeitig mit dem achteren Gittermast auch der dritte 100-mm-Turm, und an seiner Stelle fanden vier FK-Container ihren Platz.

Schiffsrumpf: Schiffbaustahl. Großteil der Aufbauten: Leichtmetall. Wasserdichte Abteilungen: XIV, Knickspanten im Vorschiff, kein Bugwulst, eingezogenes gerades (Spiegel-) Heck, vollständiger ABC-Schutz.

Typenverdrängung bei Indienststellung:

3.340t

nach Umrüstung :

3.540t

Einsatzverdrängung bei Indienststellung:

4.692t

Länge in der Konstruktionswasserlinie:

128,00m

Länge über alles:

133,70m

Größte Breite:

13,40m

Konstruktionstiefgang:

4,00m

Tiefgang bei Einsatzverdrängung:

4,80m

Konstruktinstiefgang mit Sonardom:

5,20m

Tiefgang bei Einsatzverdrängung mit Sonardom:

6,45m

Seitenhöhe:

7,70m

Vermessung:

3.950,86 BRT/1.319,18 NRT

Zwei Satz WAHODAG-Getriebeturbinen mit je 34.000 WPS, entsprechend 25.024 kW bei 350 u/min/Welle.

Maximal je Turbine: 36.000 WPS, entsprechend 26.496 kW.

Zusammen: 68.000/72.000 WPS, entsprechend 50.048/52.992 kW.

Vier WAHODAG-Hochdruck-Heißdampf-Doppelender-Wasserrohrkessel mit natürlichem Umlauf und Askania-Steuerung, angeordnet in zwei Kesselräumen.

Betriebsdruck der Kessel:

59 atü

Dampftemperatur:

465 °C

Dampfleistung:

70 t/h

Anzahl und Art der Propeller:

anfangs 2 dreiflügelige, schließlich 2 fünfflügelige Schrauben

Durchmesser der Propeller:

3,50 m

Anzahl der Ruder:

2 Stück

Konstrukstionsgeschwindigkeit:

35,00 kn

Höchstgeschwindigkeit:

bis 36,80 kn

Fahrbereiche: bei 13,0 kn Dauergeschwindigkeit:

6.000 sm

bei 25,0 kn Dauergeschwindigkeit:

1.250 sm

bei 36,0 kn Dauergeschwindigkeit:

700 sm

Sechs Diesel-Generatoren (EDiMot) mit je 950 PS / 700 kW / 750 kVA, zwei Diesel-Generatoren (EDiMot) mit je 620 PS / 460 kw / 450 kVA

1. Bei Indienststellung als Zerstörer Klasse 101

vier vollautomatische 100-mm-METL (Marine-Einzelgeschütz in Turmlafette) L/55, hergestellt von der französischen Firma CAFL/CSEE,

acht 40-mm-Flak 40 (Bofors) L/70 in MDL (Marine-Doppel-Lafette) 58 Breda, fünf Torpedorohre Z 1, 533 mm (drei im Bug und zwei im Heck), für Torpedos der Typen G7a, Seeaal und Nixe, zwei Torpedorohre UJ 2, 533 mm (je ein ToRo an Stb.- und Bb.-Seite auf dem Hauptdeck in Höhe der Achterkante des vorderen Schonrsteines), für UJ-Torpedos Mk 37 und Seeschlange, acht U-Jagd-Raketenwerfer 375 mm Borfors in zwei Vierlingsgruppen vor dem Brückenaufbau, zwei Wasserbomben-Ablaufbühnen (Hagenuk) auf dem Heck, Minenzuladung für bis zu 90 Minen auf insgesamt ca. 143 m Gleislänge auf dem Hauptdeck von mittschiffs bis achtern am Heck zwei Wurfgestelle.

2. Nach Umrüstung zum Zerstörer Klasse 101 A

drei 100-mm-METL L/55 (wie oben dargestellt), zwei Doppelstarter (Container) für MM 38 >>Exocet<<-Flugkörper, achtern auf dem Platz des früheren dritten 100-mm-METL installiert, etwa 45° von der Schiffslängsachse des früheren dritten 100-mm-METL installiert, etwa 45° von der Schiffslängsachse divergierend, acht 40-mm-Flak (Bofors) L/70 in MDL Breda, Mod 64, vier Torpedorohre UJ 2, 533 mm (je zwei Einzelrohre auf dem Hauptdeck etwa mittschiffs an Stb.- und Bb.-Seite, acht U-Jagd-Raktenwerfer 375 mm wie sibher, zwei zwanzigrohrige 105-mm-Düppelwerfer, Typ Breda.

Anfangs: See- und Luftraumüberwachungsradaranlagen SGR 103/12, SGR 105/04 und SGR 110, nach Umrüstung Radaranlagen SGR 114/10 und SGR 116/04, ein Navigationsradargerät Kelvin Hughes KH 14/9, ein Artillerie-Feuerleitgerät M 2/2 HSA-1 für die 100-mm-Artillerie und die 40-mm-Waffen als Fla- und Seezielanlage, ein Feuerleitgerät M 4/2 HSA-3 für die 100-mm- und 40-mm-Waffen als Fla-Anlage, ein optisches E-Meßgerät mit einer ca. 3 m Basis zur Feuerleitung der Artillerie (bis spätestens 1970 ausgebaut), eine Waffeneinsatzanlage V 3 HOS HSA, ein Navigations-Funkpeilgerät, eine Sonaranlage Elac 1 BV (anfangs vorläufig eingebaut), eine Sonaranlage WSZ / M6 als Such- und Kampfanlage (zum späteren Einbau vorgesehen gewesen), eine UT-Anlage 1 TB, eine Unterwasser-Waffenleitanlage HSA M 5/4 als kombiniertes Waffenleitgerät für U-Jagdraketen, U-Jagdtorpedos und Wasserbomben DM 11, bei der Umrüstung Einbau einer IFF / SIF-Anlage, zugleich Installierung moderner Fernmeldeanlagen, einer WLR-10-Anlage und moderner taktischer Führungssysteme, bei Einsatz der Zerstörer als Führungsschiffe bei der SNFL, zeitweise mit Satellitenverbindungsanlage Satcom DE-82 ausgerüstet.

Von der Indienststellung bis zur Umrüstung eine Motorpinasse, stets ein Motorkutter an Stb.-Seite, 18 Rettungsinseln, Schlauchboote, zwei Buganker in Oberdecksklüsen, ein Heckanker im Spiegelheck (in den späten 1960er Jahren ausgebaut), MES.

Gemäß STAN insgesamt 284 Mann, davon bis 22 Offiziere.

ca. 134 Mio. DM.

Die HESSEN erhielt ihren Namen wie die anderen 3 Schwesterschiffe SCHLESWIG-HOLSTEIN, HAMBURG und BAYERN nach einem Bundesland Deutschlands, die zugleich Traditionsnamen in der Kaiserlichen, der Reichs- und Kriegsmarine waren. Die Bundesländer übernahmen mit der Indienststellung die Patenschaft über die Schiffe.

Auf Grund der hohen Aufbauten, die sich über fünf Decks erstreckten, der hohen Schornsteine und Gittermasten wurden die Zerstörer im Jargon der Marine mit verschiedenen Spitznamen belegt, so u. a. "Wolkenkratzer", "Hochhäuser", "Eigernordwand" u. ä..

Die für diese Zerstörer charakteristischen hohen Schrägkappen, an ihren Vorderseiten stark gerundet, waren auf BAYERN und HESSEN bereits bei deren Indienststellungen eingebaut. Die beiden anderen Schiffe hatten anfangs wesentlich niedrigere und flacher verlaufende schräge Kappen auf den Schornsteinen, die aber bald verändert und denen von BAYERN und HESSEN angepaßt wurden.

Die auf dem zweiten Gittermast plazierten großen Radarantennen wurden ab Anfang der 1970er Jahre gegen solche eines neuen Modells ausgetauscht. Auf HAMBURG wurde mit dieser Radarumrüstung begonnen, und im Jahr 1973 war diese Maßnahme durchgeführt. Auf HAMBURG und SCHLESWIG-HOLSTEIN blieben auf dem vorderen Gittermast die Radarantennen installiert, die bereits bei der Indienststellung an Bord waren, während die beiden Schwesterschiff BAYERN und HESSEN auch vorn stets neue Radarantennen trugen. Etwa Mitte der 1960er Jahre begann auf allen vier Zerstörern der Ausbau des dritten Mastes, etwa zeitgleich auch des E-Meß-Basisgerätes, bald darauf gefolgt vom achteren Waffenleitgerät.

Mit HESSEN begann Mitte der 1970er Jahre die Umrüstung der vier Schiffe, bei welcher die Bug- und Heck-ToRo und der 100-mm-Turm >>C<< ausgebaut wurden. An der Stelle des abgebauten Geschützturmes wurden 2 x 2 FK-Starter MM 38 montiert, die bisherigen 40-mm-MDL 58 wurden durch 40-mm-MDL 64 ersetzt, eine IFF/SIF-Anlage wurde eingebaut, die Fernmeldeanlagen und taktischen Führungssysteme wurden einer Modernisierung unterzogen, zwei zusätzliche UTR UJ 2 kamen an Bord, desgleichen eine WLR-10-Anlage, und die OPZ wurden den neuen Waffensystemen angepaßt. Eine geschlossene, geräumigere >>Fregattenbrücke<< wurde ab April 1978 auf allen vier Zerstörern, nun Klasse 101 A, eingebaut.

©2016 OMT d.R. Uli Groepler